Schlagwort: Kleinkunst

Natur-Kultur-Erlebnis TRAVETRÄUME 2016

Einladung

Samstag, 27.08.2016

14-18 Uhr Infopoint & Ferienprogramm für Groß und Klein
18-20 Uhr Grill-Potluck (bio-vegan)
Ab 20 Uhr Lagerfeuer-Treffen im Tipi

Sonntag 28.08.2016:

11-14 Uhr Brunch-Potluck (bio-vegan)



Details werden noch weiter ergänzt…:

Titel: Traveträume
Datum: Samstag, 27.08.2016 (Sonntag, 28.08.2016)
Uhrzeit: Samstag 14-18 Uhr (open end am Lagerfeuer & So 11-14 Uhr)
Ort: Treffpunkt Lokfelder Brücke, Lokfeld 2, 23858 Barnitz
Veranstalter: Förderverein Lokfelder Brücke e.V.
Anmeldung: Melanie Otto, Tel. 04533 737630, info@lokfelder-bruecke.de
Teilnehmer: 5-30 Personen (Kinder + Erwachsene jeden Alters)
Kosten: ab 6 Jahren 7,- €, ab 18 Jahren 12,- € (ohne Verpflegung) für das Ferienprogramm. (Potluck, Lagerfeuer und Übernachtung auf Spendenbasis.)
Beschreibung: Natur-Kultur-Erlebnis an der Trave, unterwegs in Wald und Wiesen für Groß und Klein. Eine schöne gemeinsame Zeit für Familien und alle Freunde der Lokfelder Brücke in unserem Garten, im Tipi, am Lagerfeuer mit Stockbrot, Märchen und Liedern… Bei gutem Wetter mit Badesachen und Romantik unterm Sternenhimmel. Ab 18 Uhr Sommerfest mit bio-veganem Grill-Potluck und wer möchte Übernachtung im Tipi oder eigenem Zelt, Ausklang Sonntag ca. 11-14 Uhr zum bio-veganen Brunch-Potluck (Potluck = jeder bringt was mit inkl. Teller und Besteck). Kinderbetreuung nur Sa 14-18 Uhr, danach bitte in Begleitung eines Erwachsenen bzw. nach Absprache. Eigene Ideen sind willkommen 🙂

joerg
Herr Herlekin

14-18 Uhr Trave-Märchen:

Kinder (5 – 99 Jahre) erfinden ihre Märchen…

Gemeinsam streifen wir am Fluß entlang und erkunden das Ufer. Wunderschöne Blätter, merkwürdige Kieselsteine und Federträume werdet ihr finden.

Mit unserem spannendem Sammelsurium suchen wir einen friedlichen Ort, finden uns im Kreis zusammen und lassen die Dinge zu uns sprechen.

Wir werden ein eigenes Märchen erfinden und es dem Wind erzählen… vielleicht singen wir noch ein Lied und basteln uns ein Amulett.

20150725_184938
Letztes Jahr hat Herr Herlekin uns das Märchen erzählt, wie der Lübecker Marzipanapfel nach Lokfeld kam. Dieses Jahr erfinden die Kinder ihr eigenes Märchen 🙂

Leitung: Jörg Langmann (Herr Herlekin), joerg@langmann.de, 0172 2392130, Anmeldung bitte bis 13.08.16


IMG_228014-18 Uhr Bogenschießen (nur bei gutem Wetter):

Michael Frädrich, Mitglied der „Bogensparte Schützenverein Klein Wesenberg u. Umgegend von 1909 e.V.„, bringt seinen Sportbogen mit. Jörg Langmann bringt seinen mittelalterlichen Langbogen mit.zielscheibe2_480 Es wird eine Zielscheibe aufgebaut und wer mag kann sich im Bogenschießen versuchen, unter der Leitung der beiden. (Nur bei gutem Wetter, nicht bei Regen.)


14-18 Uhr Sack-ins-Loch-Weltmeisterschaft:

SiL 2Rainer Ludwig hat sich dieses Spiel hier vor einigen Jahren ausgedacht und richtet nun schon zum zweiten Mal die „Weltmeisterschaft“ aus 🙂

Für Diejenigen, die sich gerade fragen, was denn bloß „Sack-ins-Loch“ sein soll… 
Es ist nur ein Spiel, bei dem aus 5,50 Meter Entfernung versucht wird, einen mit Kirschkernen gefüllten Sack in ein Loch auf ein schräges Brett zu werfen. Bleibt der Sack auf dem Brett liegen gibt es 1 Punkt. Trifft man das Loch gibt es 3 Punkte. WP_20150705_005
Es werfen 2 Spieler abwechselnd, sodass es dazu kommen kann, dass beispielsweise der Sack des 1. Spielers am Rand des Brettes oder des Loches liegen bleibt, was 1 Punkt ergibt. Wenn nun der 2. Spieler einen dieser Säcke mit seinem Wurf ins Loch schubst, erhält der erste Spieler 3 statt 1 Punkt, wenn ein Sack aber vom Brett geschubst wird, erhält der erste Spieler 0 statt 1 Punkt. Jeder hat 5 Säcke, also 5 Würfe und wer am Ende mehr Punkte hat, gewinnt den Durchgang. Wer 2 von max 3 Durchgängen gewinnt, kommt eine Runde weiter im Turnier. Im Finale sind 3 Siege in max 5 Durchgängen nötig.
Liest sich gerade vielleicht etwas kompliziert, ist aber beim Spielen voll einfach und macht auch beim Zuschauen riesig Spaß 😀 Kommt und schaut selbst…


Ab 20 Uhr Lagerfeuer-Treffen im Tipi:

IMG_2276Von Swantje und Jörn haben wir wieder das Tipi ausleihen können, viiielen Dank dafür ihr beiden! Jens hat es mit Rainer, Micha, Manni und mir aufgebaut und kümmert sich um das Feuer. Bringt eure Isomatten, Decken und Kissen mit, wir machen es uns gemütlich! Und bringt auch gern weitere Musikinstrumente mit, bisher werden wir Gitarren, Trommeln, Rasseln, das Cachon, ein Waschbrett und Liedermappen hier haben. Wer mag kann gern die ganze Nacht bleiben, wir übernachten im Tipi… 🙂

tlb_lagerfeuer_tipi

IMG_4709
Schöne Abende mit lieben Leuten in gemütlicher Runde 🙂

travetraeume

 

13.12.2015 Advents-Café

2015-12-13-plakat-advents-cafe
2015-12-13-plakat-imac-deadly-christmas

Liebe Freunde und Verwandte,

seid herzlich eingeladen zu unserem diesjährigen Advents-Café am 13.12.2015!
Wir werden etwas Besonderes erleben, etwas, was es noch nie gab… 🙂

Vor einigen Jahren entstand hier die Idee, einen Krimi auf die Bühne zu bringen. Im letzten Winter habe ich unseren lieben Schriftsteller-Freund Oliver Henkel gefragt, ob er ein Theaterstück für uns schreiben würde – er schreibt sonst Alternativweltgeschichten, hat aber z.B. auch schon die Novelle zu „Deus Vult“ und die Autobiographie „Ein Ort erzählt“ geschrieben. Nun, im Sommer war es soweit, er hat uns mit seiner Lesung begeistert und seitdem wurde das Stück geprobt. Das Trio „SVEMIRA“ (Svenja, Micha, Rainer) und Friends (Anja, Silke, Maic und ich) präsentieren die Welturaufführung der Kriminalkomödie „Deadly Christmas – Zimt und Blut“ – wir hoffen ihr seid genauso gespannt wie wir 🙂

Aber nicht nur unsere Familien und Freunde hier im Saal werden unsere Gäste, auch unsere Freunde der IMAC-Sprachenschule in Mexiko werden über Skype wieder live dabei sein, sie veranstalten extra ein Frühschoppen. Soleiman, der mexikanische Schuldirektor, wird aber dieses Mal auf dieser Seite der Leinwand stehen, er besucht uns während seiner Deutschland-Reise und kann so selbst seine Schüler mit begrüßen und das Theaterstück ansagen 🙂

Viel Vergnügen getreu unserem Motto: „Brücken bauen – Menschen verbinden“!

Liebe Grüße,
eure Menie


Social Media:


Link zu den Fotos & Videos (bitte auf die Bilder klicken):

dscf4104
Fotos

Feedback:

  • Christian P Schlichte: „Das war eine GANZ TOLLE LEISTUNG – super gespielt, lustige Dialoge & eine ganz überraschende Wendung am Schluss! Wer’s verpasst hat, ist selbst schuld! Meine 115 Fotos (viele Portaits dabei) erhält Melanie Otto in Kürze – tolle Aufführung Rainer Ludwig, Michael Frädrich & Svenja Groth“
  • Rainer: Ich bin platt. Ein Zuschauer schrieb mir gerade folgendes: „Liebe Svemira & friends, habt Dank für einen wundervollen Nachmittag und ein überwältigendes Schauspiel. Wir haben lange nicht mehr so viel gelacht. Das Stück war witzig und spannend (klasse, Olli!) und spritzig gespielt. Köstlich! Macht weiter so!!!“
  • Rainer: „Vielen Dank an die über 70 Zuschauer im Saal und wer weiß, wie viele in Mexiko 🙂 Vielen Dank für euren freundlichen Applaus„
  • Imacltd Cuernavaca: „mexiko meldet 32 zuschauer womit die 100 gesprengt sein duerfte. tausend dank fuer die super tolle unterhaltung, die ihr geboten habt“

Links zu unseren anderen Advents-Cafés:

19.09.2015 LesART Reinfeld mit Richard Berkowski: „Unerhört – gern gehört“

2015-09-19 LesART Plakat mit HintergrundEinladung:

Liebe Freunde der Lokfelder Brücke,

hiermit lade ich euch herzlich ein zur nächsten Radio-Satire mit Richard Berkowski, zu Gast ist wieder Patrick Farrant, Gitarre.

Radioaktivitäten: Unerhört – gern gehört. Ein LesART-Abend von und mit Richard Berkowski

Datum:                Samstag, 19.09.2015
Uhrzeit:               Einlass ab 19:30, Beginn um 20:00 Uhr
Ort:                       Alte Schule, Matthias-Claudius-Str. 29, 23858 Reinfeld
Eintritt:                VVK 10,- Euro bei „Foto in Reinfeld“, Paul-von-Schoenaich-Str. 52  (an der Abendkasse 12 Euro)
Details:            www.reinfeldkultur.de

Wie im letzten Jahr veranstalten wir diesen Kulturabend gemeinsam mit dem Runden Tisch Reinfeld´s Zukunft.

Liebe Grüße,
Melanie Otto


 

Radioaktivitäten:

Unerhört – gern gehört

Ein LesArt-Abend von und mit Richard Berkowski.

Musikalischer Gast: Patrick Farrant

Es ist schon so etwas wie eine gute Tradition: Am Samstag, dem 19.9.2015, um 20 Uhr liest Richard Berkowski wieder einmal in der Alten Schule Reinfeld aus seinen Radiosatiren. Wie bei der überaus kurzweiligen und gut besuchten Lesung im letzten Jahr ist er wieder Gast des Kulturvereines Lokfelder Brücke und des Runden Tisches Reinfelds Zukunft. Sein Auftritt ist Teil der Veranstaltungsreihe LesArt Reinfeld.

Richard Berkowski liest aus seinen zahlreichen Radiosatiren, mit denen er fast täglich auf WDR und NDR zu hören ist. Wenn schwere Zeiten für die Bürger gute Zeiten für die Satire sind, dann müssen sich Satiriker in diesen Tagen um die Themenauswahl keine Sorgen machen: Von der Rettung des Abendlandes bis zum richtigen Umgang mit dem neuen Smartphone, von der PKW-Maut bis zur Waffenlieferung in Krisengebiete: Vieles ist so unerhört, dass man da einfach gehörig hellhörig werden muss. Und wer gehört werden will, muss lesen, und zwar laut. Und genau das geschieht in der Alten Schule, wo das Reinfelder Publikum den Ratzbeker Autoren und Musiker live dabei erleben wird, wie er unterschiedlichste Charaktere und Situationen zum Leben erweckt. Bereichert wird das Programm durch Einspielungen von eigenen Radioproduktionen und durch Gitarrenimprovisationen und Eigenkompositionen des Lübecker Gitarristen Patrick Farrant.

Richard Berkowski spricht, schreibt und produziert Radio-Satiren, die regelmäßig auf NDR2, WDR2, NDR Info, WDR5 oder dem SWF zu hören sind. Die wunderbar schrägen „Expertengespräche“ in der Intensivstation auf NDR Info, die „Tönende Wochenschau“, die Zugabe auf WDR2 oder Serien wie „Pilze unserer Heimat“ gehören zu seinem Repertoire. Sein eigentliches Spezialgebiet aber sind die tagesaktuellen kleinen Szenen, in denen politische Ereignisse satirisch gespiegelt werden, kaum dass sie überhaupt geschehen sind. Aber, da das Radio beim Einblenden der Namen von Autoren und Sprechern technisch naturgemäß an seine Grenzen stößt, bleibt den meisten Hörerinnen und Hörern verborgen, wer sich hinter dem kleinen Scherz oder der hoffentlich treffenden Pointe verbirgt. Bei dieser Lesung ist das anders, hier erlebt das Publikum den Autor und Sprecher in seinem Element – hautnah und authentisch.

Der in Paris geborene Jazz-Gitarrist Patrick Farrant studierte sein Instrument am berühmten Berkley College of Music in Boston und arbeitete im Laufe seiner Karriere mit Größen wie Michael Gibbs, Eartha Kitt, Benny Baily, Herb Geller und Nils Landgren zusammen. Auf zahlreichen CDs und in Konzerten mit unterschiedlichsten Formationen ist sein einfühlsames und prägendes Gitarrenspiel zu hören. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Patrick Farrant ist ein Meister der Jazz-Improvisation und kam im letzten Jahr beim Publikum so gut an, dass schnell die Fortsetzung dieser fruchtbaren Zusammenarbeit feststand.


Weitere Infos zu den Künstlern entnehmen Sie bitte direkt den Webseiten:

Richard Berkowski

Richard Berkowski„Ich schreibe, spreche und produziere die Radio-Satiren selbst. Und ich gehöre zu den erfahrensten Radio-Autoren der Republik:
Bei Radio Hamburg, einem der erfolgreichsten Sender Deutschlands, war ich von Anfang an dabei. Zunächst als Autor und Sprecher von Comedies, dann als Moderator der meistgehörten Comedy-Sendung der Stadt, Sekt oder Selters. Als Frühredakteur habe ich im Gespann mit John Ment Guten Morgen Hamburg zur erfolgreichsten Sendung der Stadt gemacht, und als Unterhaltungschef betreute ich so legendäre Formate wie die Kanzler-WG (mit Elmar Brandt), Friseur Dieter (mit Jasper Vogt) oder die Chaos-Telefon-Comedy Studio Braun. Seit nunmehr elf Jahren habe ich mich mit radiosatire.de als Autor und Produzent von Radio-Satiren und Comedies etabliert.

Richard BerkowskiIch habe über 1500 gesendete Radio-Satiren und Comedies geschrieben und eine noch größere Zahl produziert und redaktionell betreut. Als Chefredakteur von fun fun radio 95.0 konnte ich auch meine Führungsqualitäten beweisen, aber nun mache ich wieder das, was mir am meisten Spaß macht: Satire – bissig, aktuell, ohne Respekt aber mit Niveau.

Meine Kenntnisse und Erfahrungen habe ich als Dozent an der Hanseatischen Akademie für Medien, Lübeck, an kommende Moderatoren-Generationen weitergegeben.“

Website: … ->  www.radiosatire.de


Patrick Farrant

Patrick Farrant„Studium:
Berkley College of Music, 1980-1985 in Boston (USA)

Private Studien, Komposition und Arrangement bei
John Bavici, James Williams, Michael Gibbs, John La Porta, Joe Pass, Walter Norris

Zusammenarbeit mit:
Michael Gibbs, Eartha Kitt, Benny Baily, Lou Black Burn, Barry Finerty, George Garzone, Kamalesh Maitra, Herb Geller, Nils Landgren, Pat Martino

Preisträger des Jazz Podiums Schleswig Holstein:
1993 und 1994: Patrick Farrant Trio & Fiete Felsch Quartett

Lehrtätigkeiten:
Privatdozent, Workshops (Improvisation, Jazzgitarre, Ensembles, u.a. Musikhochschule Hamburg, Musikhochschule Lübeck, Guitar Institute Berlin)

Jazz Festivals und Konzerte:“
… -> www.patrickfarrant.de


Weitere Lesungen:

25.07.2015 Lesung mit Jörg Langmann: „Das Märchen vom Lübecker Marzipanapfel“

Zu unserem „Natur-Kultur-Erlebnis TRAVETRÄUME“ am 25.07.2015 hat Jörg Langmann dieses Märchen neu geschrieben und vorgelesen. Es kommen darin 10 regionale Sagen vor (siehe unten). Es entstand auf meinen Wunsch hin passend zur Ferienaktion „Obstwiesen-Abenteuer“ der Hanse-Obst-Initiative mit Heinz Egleder. Nachdem wir u.a. einen neuen Apfelbaum gepflanzt haben, hat uns Jörg das Märchen vorgelesen.
Ich freue mich sehr über dieses so einzigartige, zauberhafte und gelungene Märchen, VIELEN DANK JÖRG!!! Und nun viel Freude beim Lesen, eure Melanie 🙂

Zum Download als PDF bitte hier klicken.

2015-07-25 18.49.37

„Das  Märchen  vom  Lübecker  Marzipan-Apfel“
von Jörg  Langmann

In  Krummesse  an  der  Lübecker  Grenze  und  besonders  am  Krummesser  Baum,  da,  wo heute  die  Hanse-Äpfel  zu  Hause  sind,  gab  es  beizeiten  einen  großen  Wachturm  und  große Menschen  –  es  lebten  dort  mehrere  Riesen.  Die  Kirchtür  der  Krummesser  Dorfkirche  soll deshalb  früher  viel  größer  gewesen  sein.  (1)

Davor  –  als  die  ersten  Kirchenglocken  zu  läuten  begannen,  wanderten  die  Zwerge  und Unnerirdischen  über  Liubice  –  so  hieß  Lübeck  früher  –  und  über  die  Ostsee  aus.  (2)

Noch  früher,  bevor  das  Land  beackert  und  die  Äpfel  veredelt  wurden,  war  hier  Wald,  und die  Waldmänner  und  Gelben  Wiever,(3)  lebten  in  Eintracht  mit  den  Tieren  und  Pflanzen.

Eigentlich  sollen  die  Krummesser  Riesen  nach  Amerika  (4)  ausgewandert  sein,  es  geht jedoch  die  Kunde,  daß  einer  von  ihnen  nur  bis  Lokfeld  kam.

Und  das  kam  so:

Die  Lübecker  Pfeffersäcke  bauten  einen  Grenzwall  und  am  Crummesser  Baum  einen Wachtturm,  um  das  köstliche  Lübecker  Martzapaen  vor  den  vielen  armen  und  hungrigen Bauerskindern  der  Umgebung  zu  schützen.

Das  fand  einer  der  Riesen  nicht  gerecht  und  er  stapfte  los,  nach  Norden,  um  das  in  Lübeck  –  der  Königin  der  Hanse  –  zu  klären.  Der  Riese  hieß  Heinz  und  seine  Vorfahren sollen  die  Heinzelmännchen  gewesen  sein.

Doch  halt,  ein  Baum,  ein  hölzerner  Schlagbaum,  versperrt  ihm  den  Weg.  Die  Lübecker achten  auf  ihren  Schutz  –  lang  nicht  jeder  Riese  darf  ihre  Grenze  passieren.
Heinz  hat  Glück  –  warten  muß  er,  aber  in  der  Zeit  sammelt  er  in  den  umliegenden  Gärten die  schönsten  Äpfel  für  die  Reise.  Und  schöne  feine  Äpfel  gibt  es  hier  –  viele  viele  HanseÄpfel  für  die  Hanse-Stadt  Lübeck.
Als  er  sich  einen  besonders  schön  aussehenden  Apfel  pflücken  will,  erreicht  ihn  ein Warnruf.  „Halt“,  ruft  die  alte  Eule  aus  ihrem  tiefen  Loch  im  Apfelbaum,  „willst  Du  diesen zauberhaften  Apfel  Dein  eigen  nennen,  braucht  er  einen  Namen,  sonst  verliert  er  seine Zauberkraft.“

Ei,  ei,  so  sei  es  denn  ein  Lübecker  Apfel…

Neein  –  Du  machst  es  Dir  zu  einfach  –  gib  Dir  gefälligst  mehr  Mühe!

Da  Heinz  im  Glück  von  Schneewittchens  Zauberapfel  schon  gehört  hat,  will  er  kein  Risiko eingehen,  wühlt  in  seinem  Gehirn  und  in  seinen  Rocktaschen  und  findet  –    zusammen  mit einem  Stück  Marzipan  –  die  Idee,  diesen  Hanse-Apfel  mit  dem  Namen  „Lübecker  Marzipan Apfel“  zu  versehen.

Guhut,  guhut  ,  schon  besser,  und  gib  ihn  erst  aus  der  Hand,  wenn  Dir  Dein  Glück  winkt, unkt  die  Eule  und  auch  der  Schlagbaum  öffnet  sich  nun  wie  von  allein.

Mit  Siebenmeilen-Schritten  geht  es  der  großen  Stadt  entgegen.  Die  ist  für  den  nun  wirklich großen  Riesen  doch  zu  groß  –  trotz  und  wegen  der  vielen  engen  Gassen,  hier  kann  man sich  ja  verlaufen  und  steckenbleiben.

Erschöpft von den vielen neuen Eindrücken läßt Heinz sich am Ufer der Trave, da, wo die
Wakenitz einmündet, nieder, betrachtet den Flug der drei Schwanenjungfrauen (5) und
schläft ein.

Er schläft nicht solange wie Dornröschen, aber lange genug, um einen langen Traum zu
träumen.

Seine Vorfahren, Riesen und Zwerge, Unterirdische, Heinzelmännchen und weiße Frauen
ziehen im Traum an ihm vorbei und rühren die Sehnsucht nach Heimat und Familie. Aber
wie dahin gelangen?

Oha, das kann ich Dir sagen, erklingt eine teuflisch tief klingende Stimme – gib mir einfach
etwas von Deinem Reiseproviant, am besten den wunderschönen Apfel in Deiner rechten
Rocktasche und ich führe Dich dorthin, wohin Dein Herz es begehrt.

Gesagt getan, will Heinz sein Glück ganz schnell aus der Tasche ziehen, besinnt sich
jedoch eines besseren, greift schnell in die linke und fördert einen fast ebenso schönen
Hanse-Apfel zu Tage, welchen er seinem stirnrunzelnden Gegenüber überreicht.

Neeiin, neeiin protestiert dieser, ich will den aus Deiner rechten Rocktasche…

Heinz greift in eben diese Tasche und wühlt mit seiner Hand so lange darin herum, bis er
den Apfel so mit dem Marzipanresten eingeschmiert hat, daß er ihn – schwups –
hervorholte und spricht: diesen Pferdeapfel gebe ich Dir gerne für Deinen wohlgemeinten
Rat.

Wutentbrannt schnaubt der Wode, den kannst Du behalten, geh Du bloß nach Westen
dorthin wo der Pfeffer wächst und viel Glück mit Deinem verfl…..Pferdeapfel.

Das war ja einfach, sagt sich Heinz, wacht auf, da habe ich ja Glück gehabt und werde
diesem Flußlauf stromaufwärts folgen.

Den sich in vielen Schleifen windenden Travelauf entlangstapfend, manchmal auch im
Wasserlauf selber, denn zur Sommerszeit gluckert es manchmal nur leise plätschernd,
vermeint er in der Erzählung des Wassers die eine uralte Geschichte zu vernehmen.

Des Teufels Groß(e) Mutter selbst, die Muttergöttin, auch Erdmutter genannt, hat in ihrer
Wut sich so durch das Land gepflügt, daß die Trave und ihre Schleifen entstanden.
Wütend war sie, weil Wuot-an, der später der Verteufelung anheim fiel, sie ungeduldig vor
sich her trieb und peitschte. (6)

So blubbert das Wasser vor sich hin und es ist Heinz, als ob es auch von der Quelle des
Glücks spricht…

Auf jeden Fall stapft er weiter, vorbei an den zu Stein verwandelten Brüdern bei
Hamberge, die ihr Brot in den Schmutz getreten hatten (7), vorbei an der weißen Frau von
Klein-Wesenberg, die sich in eine Wasserpfütze verwandeln kann (8) und an der
Teufelskuhle (9), in der der Teufel verbannt wurde.
Die drei Elschen vom Elschenbek (10) grüßt er freundlich im Vorbeigehen und …
… und jedesmal beißt Heinz gedankenverloren in seinen Glücksapfel und jedesmal
schrumpft er ein klein wenig. Er spürt das nicht, nur das Wasser steigt ihm immer weiter
am Körper hoch, bis es ihm fast bis zum Halse reicht.

So ward aus dem Riesen ein Zwerg, ein Heinzelmann.

Es blieb ihm nichts anderes übrig, als rechterhand im Furtbereich bei Stormurfeld ans Ufer
zu wechseln und in dem großen Garten auszuruhen, der heute zur Lokfelder Brücke
gehört.

Die Kerne seines zauberhaften Apfels verteilten sich wie von selbst und bald blühten hier
wunderschöne Hanse-Apfelbäume … mit ganz viel Glück und wenn alle Kinder es wollen,
wächst hier auch bald ein Lübecker Marzipan-Apfelbaum.

Jedesmal, wenn Ihr in einen der lieblichen Hanseäpfel beißt, erinnert Euch an die Riesen
und Zwerge, die Schwäne und Waldläufer, die Ihr in jedem blühenden Baum, jedem
plätschernden Bach und in jedem Windhauch spüren könnt. Sie sind hier – so wie der
ZwergRiese Heinz hier ist – und wenn Ihr sie achtet, beschützen sie Euch in dem, was Ihr
von Herzen tut.

Das war die Geschichte von Heinz, der später auch sein Glück mit Schneewittchen fand,
hier als Geist der Lokfelder Brücke auf alles acht gibt und dankbar ist, Euch jetzt diese
Geschichte erzählt zu haben.

(1) Sage aus Krummesse
(2) Sage aus Lübeck
(3) Sage aus Krummesse
(4) Sage aus Krummesse
(5) Sage aus Lübeck
(6) Sage aus Oldesloe
(7) Sage aus Hamberge
(8) Sage aus Klein-Wesenberg
(9) Sage aus Klein-Wesenberg (Barnitz?)
(10) Sage aus Reinfeld

Zur nicht-kommerziellen Weitergabe freigegeben unter Nennung des Autors und nur ohne Änderung!

14.12.2014 Advents-Café

Advents-Café 2014Einladung zu unserem Advents-Café 2014:

  • Wir freuen uns auf einen besonderen Nachmittag mit euch allen
    wieder hier im Treffpunkt Lokfelder Brücke…
  • Neben Kaffee, Tee und Säften gibt es natürlich wieder leckeres Selbstgebackenes, wie immer bio & fair für Menschen UND Tiere 😉
  • Bitte meldet euch zeitig an, da wir nur begrenzte Platzkärtchen haben – die gibt es bei Melanie, gegen eine Spende an den Verein 🙂
  • Veranstaltung auf Google+
  • Veranstaltung auf Facebook

Programm:

Presseartikel:

Fotogalerie:

Advents-Café 2014 FotogallerieVideos:

Treffpunkt Lokfelder Brücke – Advents-Café 14.12.2014 – Musikmedley aus dem Bühnstück „Alle(s) Anfänge(r)“ vomTRIO SVEMIRA feat. malinamoon:

23.08.2014 Traveträume

Herzlich Willkommen zu unserem

Natur-Kultur-Erlebnis “TRAVETRÄUME” im Treffpunkt Lokfelder Brücke!

Der Förder- und Kultur-Verein und die Agentur Travetraum organisieren zum dritten Mal ein Sommer-Ferien-Programm für Groß und Klein, in Kooperation mit Freunden und Netzwerkmitgliedern. Zum 825-jährigen Jubiläum von Lokfeld gibt es eine ganz besondere Aktion getreu unserem Motto: „Brücken bauen – Menschen verbinden“:

2014-08-23 Traveträume Plakat

Einladung

Ab 14 Uhr öffnet unser Flusscafé mit Infopoint:

vivaconaguaRainer Ludwig von „Viva con Agua Lübeck“ wird über das Projekt berichten. Seit den Traveträumen 2012 beschäftigen wir uns mit der Trinkwsserqualität, haben Filme angesehen und an Wasservorträgen teilgenommen.
Natürlich gibt es hier das Wasser in Flaschen auch zu kaufen 🙂
Viva con Agua : www.vivaconagua.org
Viva con Agua Lübeck: www.facebook.com/vivaconagualuebeck

Brückenbau 039Im Team bauen wir eine Hängebrücke von Baum zu Baum über die Trave (zwischen Lokfeld und Groß Barnitz), mit der sämtliche Teilnehmer sicher den Fluss überqueren können!
Ein Trainer vom schnurstracks Kletterpark gibt der Gruppe Material und Tipps zwischendurch – den Rest erledigen die Teilnehmer. Gemeinsam, kreativ, besonnen und verantwortungsvoll finden wir sicher die Lösung und schlagen buchstäblich Brücken.

Brückenbau Anmeldung für 15-50 Personen:logo_schnurstracks
Jugendliche ab 8 Jahren 7,- € (Erwachsene 12,- €).
Inkl. Brückenbaumaterial, Organisation und Leitung durch Trainer vom schnurstracks Kletterpark Hamburg-Sachsenwald.

schnurstraks Kletterpark Hamburg-Sachsenwald: www.schnurstracks-kletterparks.de

Ab 17 Uhr können dann alle Besucher die Brücke ausprobieren.
nabuBeim Spendenklettern für den Klimaschutz kostet jede Überquerung 2,- € Brückenzoll, der dem NABU Reinfeld-Nordstormarn zugute kommt, für Baumpflanzaktionen an der Trave (standortheimische und flußtypische Gehölze, auf eigenen Flächen).
NABU Reinfeld-Nordstormarn: www.nabu-reinfeld.de
Aktuelles NABU-Projekt „Travekids auf Flusssafari“: www.travekids.de

Ab 18 Uhr laden wir ein zum gemeinsamen Sommerfest mit Speis und Trank für wenig Taler. Die Flussbühne steht den Künstlern offen und wir lassen den Abend am Lagerfeuer gemütlich ausklingen:

oliverhenkelDer Lübecker Schriftsteller Oliver Henkel (2facher Gewinner des Deutschen Science-Fiction-Preises) lädt alle ein zu einer ganz besonderen LESUNG. Er schreibt uns zum Lokfeld-Jubiläum eine kleine Geschichte und lässt den „Geist der Lokfelder Brücke“ erzählen, was hier geschah… wir sind sooo gespannt!!!

Travetraum-Netzwerk: www.travetraum.de/oliver-henkel
Website: www.oliverhenkel.com

Wer sich selbst noch einbringen oder ein Zelt aufschlagen möchte kann gern einfach anrufen oder herkommen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und viele schöne Stunden!

Presseartikel:

Rezepte:

Weitere Traveträume:

21.08.2014 „Ein Ort erzählt“ von Oliver Henkel

„EIN ORT ERZÄHLT – Die Autobiographie der Lokfelder Brücke“

Diese Geschichte wurde 2014 geschrieben von unserem lieben Freund und Vereinsmitglied, Oliver Henkel. Sie ist ein wirklich besonderes Geschenk zum Jubiläum „825 Jahre Lokfeld“. Als Grundlage diente gesammeltes Material aus der Geschichtsgruppe des Förder- und Kulturvereins Lokfelder Brücke e.V., zusammen mit Olivers eigenen Recherchen. Die Idee entstand gemeinsam im Winter zuvor, nach dem Wunsch, die Geschichte der Lokfelder Brücke auf die besondere Art und Weise erzählen zu können, wie wir sie hier seit Jahren erleben und sie früher gewesen sein könnte. Das Resultat entspricht dem „Geist der Lokfelder Brücke“ so sehr und ist zugleich ein fantastisches Original des Lübecker Schriftstellers, dass wir wirklich bewegt waren, als wir sie das erste Mal von Oliver hören durften. Von der Vor- und Frühgeschichte im Travetal, zur Siedlungsgeschichte Lokfelds um 1189, über die gelebte Geschichte der letzten Jahrzehnte einer guten alten Gaststätte, bis zu den bisher erlebten Jahren seit 2006 hier an diesem Fluss – laden wir euch ein zu lauschen und zu leben, erfahren und begegnen, dem Geist an einem Ort, wo wir nimmer wollen fort…

Lesungen:

Die gesamte Geschichte als PDF zum Download: 2014-08-21 Ein Ort erzählt

Leseprobe:

„Ich habe schon viele Nächte erlebt. Wie viele, vermag ich nicht zu sagen. Und manchmal,
wenn mich die Dunkelheit umfängt und schleichend Stille einkehrt, frage ich mich, wie es
wohl sein mag, schlafen zu können. Dann verspüre ich den Wunsch, Augen zu haben, die
ich schließen könnte, um einfach nur zu ruhen. Doch ich weiß, dass ich niemals Schlaf
finden werde. So lausche ich in die Nächte, höre das leise Gurgeln des Flusses, das
Rascheln der Mäuse im Unterholz, und warte darauf, dass ein weiterer Morgen weit im
Osten graurot heraufzudämmern beginnt.
Zahllose dieser langen, finsteren Nachtstunden habe ich damit zugebracht, mich zu
fragen, wer ich wohl bin. Doch eigentlich weiß ich es. Ich habe es schon immer gewusst,
so lange meine Erinnerung zurückreicht, bis sie sich in fernen Nebeln verliert. Denn ich bin
der Geist der Lokfelder Brücke.
Nicht der Geist der Häuser, die an dieser Stelle errichtet wurden. Häuser entstehen
und vergehen. Auch nicht der Geist der Brücke, die hier die Trave überspannt. Ich kannte
diese Ufer schon undenklich lange, bevor sie durch eine Brücke verbunden wurden. Ich
bin nicht einmal der Geist der Trave, die immerfort dahinfließt, beständig nur in ihrem ewig
gleichzeitigen Kommen und Gehen, während ich verharre. Nein, ich bin die Summe all
dessen, aber auch viel mehr als das und zugleich etwas ganz anderes.
Mehr als alles andere bin ich wohl die Essenz der vielen Menschen, die hierher
kamen. Denn wo feste Ufer und ruhig strömendes Wasser eine Stelle schaffen, an der
man einen Fluss überqueren kann, da finden sich unweigerlich Menschen zusammen.
Und während sie für Stunden oder auch Tage darauf warten, dass der Nachen des
Fährmanns sie übersetzen kann oder die Furt passierbar wird, sitzen sie beieinander,
unterhalten sich, trinken miteinander, lachen und singen, streiten und weinen. Dann
werden ihre Gedanken, ihre Hoffnungen und Ängste, ihr Wissen und alles, was sie in sich
tragen, ein Teil von mir.
So sehr haben diese Menschen mein Wesen geprägt, dass ihr erstes Erscheinen
den frühesten Punkt meiner Erinnerung darstellt. Alles davor ist ein zeitloses schwarzes
Nichts. Sie kamen vor undenklichen Zeiten, in Tierfelle gekleidet, verängstigte Wanderer in
einer Welt voller Gefahren. Sie tauchten aus den dichten Wäldern auf, entfachten Feuer
und lagerten für eine Weile an dem noch namenlosen Fluss, der ihnen reichlich Wasser
und Fische schenkte, damit ihre Kinder und Alten sich erholen konnten. Und ohne dass sie
es wussten, teilten sie mit mir, was sie ausmachte. Wenn sie nachts zu den Sternen
aufblickten, fragten sie sich, wie es wohl ihren toten Ahnen ergehen mochte, sie sorgten
sich darum, ob es entlang des Flusses ausreichend Wild geben würde, sie grübelten, wie
sie die scharfkantigen Steinsplitter mit Hilfe von geflochtenem Gras am besten an Stöcken
befestigen könnten. Aber was immer sie auch taten, sie fühlten sich wohl an diesem Ort.
Ich spürte ihre Zufriedenheit, sie durchdrang und erfüllte mich mit einer ruhigen Wärme.
Doch sie stimmte mich auch traurig, weil ich wusste, dass diese Menschen weiterziehen
würden, wie es ihre Art zu leben verlangte. So kam es dann auch. Als sie schließlich
aufbrachen, ließen sie eine große Stille zurück. Und ich, aus einem Schlummer erwacht, in
den ich nicht wieder zurückfand, begann zu warten.
Ich musste lange warten. Dann und wann trug das Wasser der Trave eine vage
Ahnung mit sich, dass Menschen weiter flussaufwärts die Strömung durchwatet oder an
den Ufern gerastet hatten. Flüchtige Eindrücke nur, die rasch vorüberzogen. Doch der Ort,
dem ich innewohne, war zu abgelegen. Niemand hatte Grund, hierher zu kommen,
niemand verirrte sich hierher. Sommer und Winter vergingen, Jahre und Jahrhunderte
zogen vorüber, in denen ich alleine mit mir selbst blieb.
Schließlich aber kehrten eines Frühjahrs die Menschen zurück. Und nun erst merkte
ich, wie viel Zeit verstrichen sein musste, denn sie hatten sich verändert. Größer waren sie
geworden, und statt Fellen trugen sie Kleidung aus grob gewebtem Leinen. Aber nicht nur
ihr Erscheinungsbild war ganz anders, als ich es in Erinnerung hatte. Auch in ihnen sah es
anders aus. Sie hatten sich eine Vorstellung davon erschaffen, warum die Welt, in der sie
sich befanden, so war, wie sie war. Sie hatten den übermächtigen Kräften der Natur, von
denen ihr Überleben abhing, Namen und Gestalten zugewiesen und somit gebändigt, um
nicht unentwegt in Angst vor dem Unerklärlichen zu leben. Die Furcht hatte sich in
Ehrfurcht verwandelt.
Es war nur wenige Männer, die an einem feuchten, nebelverhangenen Tag aus dem
Wald traten. Stundenlang hatten sie sich ihren Weg durch das dichte Unterholz gebahnt;
nun ließen sie sich erschöpft am Ufer nieder. Sie hatten sich mit ihren Familien in der
Nähe niedergelassen und erkundeten nun die Gegend, in der sie fortan leben würden.
Während sie sich ausruhten und beratschlagten, ob sie umkehren oder weitergehen
wollten, bemerkte einer von ihnen, dass der Fluss, der zu jener Zeit mehrfach so breit war
wie heute, an dieser Stelle seicht genug zum Durchwaten aussah. Zwei von ihnen
versuchten es, nachdem sie die Wassergeister, die sie dort vermuteten, um Vergebung für
das Eindringen in ihr Reich gebeten hatten. Indem sie sich vorsichtig Schritt für Schritt
vorantasteten und den Boden vor sich mit langen Stöcken nach Untiefen absuchten,
durchquerten sie den grünlichtrüben Strom. Mit nassen Beinen, doch ansonsten
wohlbehalten, gelangten sie zum gegenüberliegenden Ufer, sahen sich dort um und
kehrten dann wieder zurück. Sie waren zufrieden mit der Furt, die sie entdeckt hatten. Und
auch ich war glücklich. Denn es bedeutete, dass öfters Menschen kommen würden, um an dieser Stelle von einem Ufer ans andere zu wechseln. Dann, bevor die Männer sich auf
den Weg machten, um vor Einbruch der Nacht wieder bei ihren Höfen zu zu sein,
ereignete sich noch etwas, von dem ich nicht ahnen konnte, wie lange es mich begleiten
würde. Sie bezeichneten den Fluss, den sie vorgefunden und überwunden hatten,
untereinander als Treva. Es war nicht als Name gedacht, denn in ihrer Sprache bedeutete
es einfach nur Fluss. Und dennoch schien sich das Wort in diesem Moment untrennbar mit dem träge strömenden Wasser, mit dem Ort und somit auch mit mir zu verbinden. Etwas hatte sich verändert.
Von nun an sah ich tatsächlich häufiger Menschen. …
…
Es ging nicht so weiter. Die Zeiten änderten sich, und die Lokfelder Brücke musste
schließen. Nach sieben langen Jahrhunderten gab es kein Gasthaus mehr am Ufer der
Trave, keine Feiern, keine Menschen, die sich um die Tische versammelten und sich
unterhielten. Drückende Stille kehrte im Saal ein. Die Autos fuhren vorüber, ohne dass ihre
Insassen den Ort spürten. Ich fühlte mich schrecklich verlassen.
Doch es sollte nicht so bleiben. Das Leben kehrte in die Lokfelder Brücke zurück.
Und ich genieße seither wieder jede Gelegenheit, den Bewohnern und Gästen, die hier
zusammenkommen, meine Geschenke zu überreichen. Der gute Geist der Lokfelder
Brücke wirkt weiter. Und so wird es bleiben. Ich weiß es.“

 

 

 

Oliver Henkel:

Offener Bücherschrank

Unser „offener Bücherschrank“ steht jederzeit frei zugänglich und geschützt im Infopoint (Flur zum Saal, die Haustür ist nicht verschlossen). Jeder ist herzlich eingeladen hier zu stöbern und Bücher mitzunehmen. Wir bekommen mehr Bücher als mitgenommen werden, daher ist das Regal meist voll und wir sortieren von Zeit zu Zeit aus und bringen die aussortierten Bücher meist ins Sozialkaufhaus Bad Oldesloe oder Bad Segeberg. Wenn Platz frei ist und ihr schöne Bücher spenden möchtet, könnt ihr gern auch welche reinstellen, aber bitte nicht einfach Kisten unabgesprochen im Flur abstellen 😉 Habt ihr Lust, euch mit um den Bücherschrank zu kümmern? Klasse, dann meldet euch einfach bei Oliver Henkel oder Melanie Otto 🙂

Neben dem Bücherregal im Flur stehen noch andere Regale mit z.B. Flyern von Netzwerkpartnern im Traveraum, touristischen Informationen und Ausflugszielen im Travetraum, ökologischen Reisen und weitere Angebote der Agentur Travetraum.

Hier eine Liste von weiteren Informationen und Karten, teilweise ist auch unser Bücherschrank schon online eingetragen und zu finden:

„Buchgenuss am Fluss“

25.11.2012 Eröffnung offenes Bücherregal im Infopoint im Büro: Der Ideengeber, Buchautor Oliver Henkel aus Lübeck, sagte ein paar Worte zu der Idee und spendete als Startschuss eines seiner neuen Bücher „Die Fahrt des Leviathan“ mit der Inschrift: „Dieses Buch soll sein Dasein im Bücherschrank der Lokfelder Brücke beginnen. Möge es auf seinem Weg von da ab vielen Menschen begegnen, denen es ein wenig Freude bereitet.“
Vielen Dank Oliver! 🙂

DSCF1566

DSCF1792

DSCF1793

27.05.12 Lesung mit Oliver Henkel: „Die Fahrt des Leviathan“

Oliver Henkel ist Mitglied in unserem Travetraum-Netzwerk. 2011 hat er die Novelle „Slawendämmerung“ zu unserem Filmprojekt „Deus Vult“ geschrieben. Seid herzlich eingeladen:

Fotoalbum der Veranstaltung:

Nordik Komedy

https://brknzg.sn2.livefilestore.com/y1pVXvMGpPe1QI8u6iWWb1zMgdxo7yKe8VCowVWQvFX4Dokpi94RgMZiBQBOngO1PKCE5P9mqM5qQ8-uJR57DBUMyu9oXcsf2k0/Wiewardasnochma.jpg?psid=1

Merkwürdig …ooder watt?!

Nordik Komedy mit Claude Merkwürdig

…ne halbe Stunde Tüddelkram, Gesinge und Magie für Ihre Feier mit seinem Programm

„Wie war das nochma?“

rainer1
Rainer Ludwig
Nordik Komedy

 

Nach oben